Die Entstehung einer Mangelernährung ist ein schleichender Prozess, der oft weder vom Betroffenen selbst noch vom Umfeld wahrgenommen wird. Und hierin liegt ein Problem, das besondere Aufmerksamkeit der Fachkräfte fordert. Typische Anfangssymptome sind allgemeiner Natur wie andauernde Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Antriebsschwäche. Verstärkt sich eine Mangelernährung, führt sie zu einem geschwächten Immunsystem, Wundheilungsstörungen und zahlreichen weiteren Körperfehlfunktionen. In Verbindung mit einer bestehenden Krankheit führt dies häufig zu einer verlangsamten Genesung und Komplikationsraten. Das wiederum führt mitunter zu einer längeren Verweildauer im Krankenhaus und zu einem höheren Morbiditätsrisiko. Einen Überblick über die möglichen Folgen einer unbehandelten Mangelernährung gibt die folgende Tabelle.
unspezifische Folgen |
schlechter Allgemeinzustand, Müdigkeit, allgemeine Schwäche, Antriebslosigkeit, Verlust an Lebensfreude, verminderte Belastbarkeit, Gewichtsverlust |
Skelettmuskulatur |
Muskelabbau, Abnahme der Muskelkraft, Störungen im Bewegungsablauf, erhöhtes Sturz- und Frakturrisiko |
Lunge |
Abnahme der Atemmuskulatur, Störung der respiratorischen Funktion |
Immunsystem |
Schwächung des Immunsystems, erhöhte Infektanfälligkeit, verzögerte Genesung |
Haut |
Störung und Verzögerung der Wundheilung, erhöhtes Dekubitusrisiko |
Gehirn |
neurologische und kognitive Störungen, Demenz |
Herz |
Verringerung der Herzmuskelmasse und des Schlagvolumens, Herzrhythmusstörungen |
Krankheitsverlauf |
beeinträchtigte Wundheilung, verlangsamte Rekonvaleszenz, erhöhtes Komplikationsrisiko, verschlechterte Medikamenten- / Therapieverträglichkeit |
Mortalität (Sterblichkeit) |
erhöhtes Mortalitätsrisiko |
Um schwerwiegende Folgen einer Mangelernährung zu vermeiden, sind eine frühzeitige Diagnose und Therapie erforderlich.