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Wie kann eine Mangelernährung entstehen? Grundsätzlich entsteht eine Mangelernährung, wenn eine Unterversorgung an Energie und Nährstoffen über einen längeren Zeitraum anhält. Dabei kann eine unzureichende Ernährung verschiedene Ursachen haben. Akute und chronische Krankheiten, Magen-Darm-Erkrankungen und auch regelmäßige Medikamenteneinnahme beispielsweise können einen verringerten Appetit zur Folge haben. Zudem führen Krebserkrankungen zu einem erhöhten Bedarf an Energie und Nährstoffen. Aber auch einseitige Ernährungsformen wie Diäten, Breikost und wenig Vollkornprodukte, Obst und Gemüse können der Anfang sein.

 Gründe für eine Mangelernährung  

Gerade bei älteren Personen ist es häufig eine Verkettung mehrerer Faktoren. Daher verwundert es nicht, dass die größte Gruppe der mangelernährten Menschen in Industrie- nationen Personen über 65 Jahren darstellen. Aber hätten Sie gedacht, dass etwa 30 % der älteren Personen in Deutschland unter Mangelernährung leiden?* Die Gründe für eine Mangelernährung sind sehr vielfältig und lassen sich wie folgt unterteilen:

  • Kau- und Schluckstörungen:
    Knapp 7 % der Bevölkerung leiden unter Kau- und Schluckstörungen. Menschen jeden Alters können davon betroffen sein, insbesondere jedoch ältere Leute. Gründe für Kaustörungen können Zahn- bzw. Zahnprothesenprobleme, eine Schwächung der Kaumuskulatur aber auch die im Alter nachlassende Speichelproduktion sein. Schluck- störungen können organisch und motorisch bedingt sein. Folgen eines Schlaganfalls, Demenz aber auch Krebs im Bereich der Speiseröhre können ebenfalls das Schlucken erschweren.
  • Vermindertes Geruchs- und Geschmacksempfinden:
    Mit den Jahren lässt der Geruchs- und der Geschmackssinn nach. Bittere, saure und salzige Speisen schmecken häufig nicht mehr so intensiv aufgrund der reduzierten Geschmacks- knospen. Das führt dazu, dass der Duft der Lieblingsspeise einem nicht mehr das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Hingegen nehmen ältere Menschen süße Speisen wie zum Beispiel Pudding noch gut wahr. Deshalb werden solche Speisen gerne gegessen. Leider aber enthalten süße Speisen in der Regel nicht ausreichend Nährstoffe und Energie.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten:
    Viele Medikamente nehmen Einfluss auf die Verdauungsorgane oder das autonome Nervensystem (vegetative Nervensystem). Dieser Teil des Nervensystems regelt die Vitalfunktionen wie z.B. die Atmung, die Verdauung oder den Stoffwechsel – und den Hunger. Durch die Nebenwirkungen dieser Medikamente wird der Appetit beeinflusst, wodurch das Hungergefühl nicht mehr wahrgenommen wird. Andere Arzneien verursachen ein Völlegefühl oder Übelkeit. Beide Symptome können für den Betroffenen Anlass sein, eine Mahlzeit auszulassen. Da die Übelkeit oft mit jeder Tabletten-Einnahme in Kombination mit Essen wiederkehrt, entwickeln manche Patienten ein Vermeidungsverhalten: Sie essen wegen ihrer Tabletten nicht oder kaum, um die Nebenwirkungen wie Übelkeit zu vermindern.
  • Soziale Faktoren:
    Eine Mahlzeit in angenehmer geselliger Atmosphäre schmeckt den meisten Menschen einfach besser als alleine zu Hause. Ältere Menschen sind häufig allein, oft sogar einsam. Das führt zuweilen dazu, dass sie sich selbst vernachlässigen und nicht einmal daran denken zu essen. Oft ist ihnen auch die Zubereitung einer nahrhaften Mahlzeit viel zu aufwändig.
  • Konsumierende Krankheiten:
    Schließlich tragen auch Krankheiten zur Mangelernährung älterer Menschen bei. Die Häufig- keit der Krebserkrankungen bei älteren Personen ist deutlich erhöht. Von den 420.000 Neuerkrankten jährlich sind 75 % über 60 Jahre alt. Krebserkrankungen zählen neben HIV/Aids, anhaltenden fieberhaften oder chronischen Krankheiten zu den sogenannten konsumierenden Erkrankungen. Diese Bezeichnung kommt daher, weil diese Krankheiten durch krankheitsbedingten, ungewollten Gewichtsverlust, allgemeinen Kräfteverlust, stark erhöhten Energie- und Eiweißbedarf und Appetitlosigkeit gekennzeichnet sind.

Die Folgen der Mangelernährung stellen sich sehr langsam ein und sind oft nicht leicht zu erkennen bzw. sofort sichtbar. Nestlé HealthCare Nutrition hat eine einfache Checkliste entwickelt, mit der Sie ernsthafte Hinweise auf Mangelernährung erkennen können.

(*Ernährung und Medizin 2006: Erster gemeinsamer Bundeskongress „Kompetenz in Ernährung“ von BDEM, VDD und VDOE)


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